Sieversdorf - Gemeinde Sieversdorf-Hohenofen

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Das Dorf Sieversdorf

wird erstmalig erwähnt in einer Urkunde vom 20. März 1334 als Ort Syuerdestorp. Es ist nach der Besitzergreifung Albrecht des Bären (1147) enstanden und damit deutschen Ursprungs. Damals gehörte das Dorf zur Stadt Wusterhausen und die wiederum zu Ruppin. Da aus der Urkunde jedoch hervorgeht, dass der Ort vormals dem Kurfürsten von Brandenburg gehörte, ist anzunehmen, dass Sieversdorf eigentlich älter ist. Das älteste Bauernverzeichnis von 1491 weist 20 Bauern in Sieversdorf aus. Der Ort bestand damals aus zwei Dörfern, Groß-Sieversdorf im Süden und Klein-Sieversdorf im Norden. Die Kirche und das Pfarrhaus befanden sich im Kleinen Dorf. Im Jahre 1638, während des Dreißigjährigen Krieges, wurde Sieversdorf von General Gallas in Brand gesteckt. Das gasamte Kleine-Dorf wurde ein Opfer der Flammen.

Die Kirche wurde danach wieder in Holzfachwerk aufgebaut. In den Jahren 1747 und 1748 erfolgte abermals ein Aufbau, der dann massiv, als barocker rechteckiger Putzbau ausgeführt wurde. Die Wetterfahne zeigt die Jahreszahl 1748, das Ende des Wiederaufbaus und den 10. Dezember, dem Tag als die Wetterfahne  auf den Turm gesetzt wurde. Der Turm, der zunächst noch aus Holzverbund bestand, wurde dann 1820 vollständig massiv ausgeführt. Im Turm sind drei Glocken, zwei eiserne aus den Jahren 1691 und 1861 und eine bronzene von 1737. Eine der eisernen Glocken dient als Uhrenglocke der Turmuhr.

Heute noch spricht man von Sieversdorf als dem “Hexendorf”. So wurden nachweislich in den Jahren 1620 und 1669 während der überall in Deutschland verbreiteten Hexenverfolgung auch in Sieversdorf Gerichte abgehalten. Sie führten dann ebenfalls zu ihrer  schrecklichen Konsequenz, der Verbrennung. Die Beurkundung einer solchen Tat ist aber nicht überliefert und auch der genaue Ort, an dem sich dieses zugetragen, ist nicht mehr bekannt. Überliefert ist aber als Gegend, der sogenannte Rhinowberg, der sich unweit des heutigen, als “Hexenwäldchen” bekannten Waldgebietes, befunden haben könnte.

Die höchste Erhebung in Sieversdorf ist der Mühlenberg mit 35,6 m ü. NN, gelegen in der Nähe des Sportplatzes. Die Mühle darauf wurde im Jahre 1811 erbaut. Weitere Mühlen waren südlich von Sieversdorf gelegen. Sie sind  1807  und 1859 errichtet worden, wobei die Mühlenberge zum Teil von Hand erhöht worden.

Eine neue Schule wurde im Jahr 1813 erbaut, und zwar in der Straße “Im Zingel”. Die alte Schule unweit des Pfarrhauses war zu klein und wurde abgerissen. Auf Grund der Bevölkerungsentwicklung im Dorf und der weiten örtlichen Ausdehnung kam 1844 eine Schule im sogenannten “Sand” dazu. Die Bevölkerung sprach von der "Zingelschule" und von der "Sandschule".

In den Kriegen des 19. Jahrhunderts fiel nur ein Sieversdorfer Soldat. In den verheerenden Kriegen des vergangenen Jahrhunderts, dem Ersten und Zweiten Weltkrieg hingegen waren es bedeutend mehr. An die Gefallenen der Kriege erinnern Tafeln an und in der Kirche, sowie an einem Gedenkort auf dem Friedhof. 1848 wurde in Sieversdorf ein Schützenverein gegründet, der seinen Ursprung der damaligen “Bürgerlichen Revolution” verdankte. Ein Schützenhaus und eine Schießanlage wurden östlich des Ortes in einem Waldstück errichtet. Dieser Ort, heute auch als Kindergartenwald bezeichnet, verdankt seinen Namen der späteren Nutzung des Schützenhauses als Kindergarten. Seit 1996 ist dort die Filmtierschule Harsch eingezogen.

 
 
Die Hauptstraße

Die Hauptstraße entspricht dem Verlauf der Bundesstraße 102, die hier von Neustadt (Dosse), bzw. Hohenofen kommend weiter nach Großderschau, Rhinow, Rathenow führt. Wenige Meter nach dem Ortseingang zweigen die Dorfstraße und der Neue Damm ab. Die ehemalige Bahnlinie Neustadt (Dosse) - Rathenow kreuzte die Hauptstraße. Südlich des Dorfes führt die  Hauptstraße, weit angelegt, weiter. Rechterhand erstreckt sich hier ein Gebiet, das als “In den Gängen” bezeichnet wird. Schon wird der Ortsausgang erreicht und man hat rechts etwas abgelegen den Blick auf das sogenannte "Hexenwäldchen".Die Hauptstraße wurde im Jahre 1997 völlig neu angelegt.

Die Dorfstraße

Die Dorfstraße zählt neben der Haupstraße zu den längsten Straßen des Ortes. An Dorfstraße und Hauptstraße befinden sich der Großteil der Häuser und Gehöfte, die damit auch die Ausdehnung des Ortes markieren. Die Dorfstraße zweigt von der Hauptstraße ab und verläuft in nördlicher Richtung durch das Dorf. Links und rechts der Dorfstraße sind großzügig angelegte Bauernhöfe. Die landwirtschaftliche Nutzung erfolgt nur noch zum Teil. Im weiteren Verlauf wird der Mühlengraben überquert und es erscheint rechterhand die Kirche. Bald darauf kommt man an das Ortsende. Hier zweigen mehrere Wege ab, und zwar in Richtung Babe, Goldbeck und Gestüt Neustadt (Dosse). Die Dorfstraße wurde 2003 völlig neu angelegt. Zuvor wurden links und rechts entlang der Dorfstraße, direkt an den Gehöften, gepflasterte Gehwege angelegt. Gesäumt wird die gesamte Dorfstraße durch gestutzte Lindenbäume und teilweise auch Rotdornbäume. Der Bereich zwischen Gehweg, Straße und den gepflasterten Gehöftzufahrten ist als Grünfläche angelegt.

Das Dorfgemeinschaftshaus

Bald nachdem die Dorfstraße von der Hauptstraße abzweigt liegt links das Dorfgemeinschaftshaus. Ursprünglich wurde es als KONSUM-Verkaufsstelle erbaut. Seit den 1990er Jahren beherbergt es die Einsatzstelle der örtlichen Feuerwehr nebst einem Gemeinschaftsraum. Ein Frisörgeschäft hat hier seine Kundenräume. Weitere Räumlichkeiten gestatten die Unterbringung eines kleinen Ladengeschäfts.

Im Zingel

Etwa auf der Hälfte der Dorfstraße zweigt die Straße "Im Zingel" ab. Unweit dieser Stelle verläuft auch der Mühlengraben den die Dorfstraße überqueert. Der Weg Im Zingel führt in seinem weiteren Verlauf aus dem Dorf hinaus. Die Gehöfte links des Weges erstrecken sich immer bis an das Ufer des Mühlengrabens. Hier befindet sich auch die ehemalige Schule des Ortes, die im Jahre 1969 direkt neben der bis dahin genutzten Zingelschule errichtet wurde. Schulbetrieb gibt es heute nicht mehr im Ort. Die Zingelschule ist umgebaut und wird heute als Wohnhaus genutzt. Die als Flachbau erbaute neue Schule wird heute als Bürger- und Vereinshaus genutzt. Im weiteren Verlauf des Weges zweigt rechts der Friedhofsweg ab. Zwischen den Häusern hindurch hat man einen Blick auf den Sportplatz unmittelbar neben der höchsten Erhebung des Ortes, dem Mühlenberg. Der Weg führt weiter durch ein Waldgebiet auf dem man nach ca. 400 m  nach Hohenofen gelangt. Die ursprünglich mit Kopfsteinen gepflasterte Straße "ImZingel" wurde 1998 aufgenommen und völlig neu angelegt. Die neu entstandenen Parktaschen und Ausweichstellen entlang des nun bituminierten Weges sind mit den aufgenommen Kopfsteinen gepflastert.

Das Bürger- und Vereinshaus

Im Zingel befindet sich die ehemalige Schule des Ortes, das heutige Bürger- und Vereinshaus. Bis 1999 besuchten hier noch Kinder die Grundschule. Jetzt haben hiesige Vereine hier eine Heimstatt gefunden. Die Sitzungen der Gemeindevertretung finden hier in regelmäßigen Abständen statt. In einem Gesellschaftsraum können größere Feierlichkeiten abgehalten werden. In einem zum Sportraum umgebauten Teil besteht die Möglichkeit zur Ausübung verschiedener sportlicher Aktivitäten. In einem weiteren Raum werden Sprechstunden eines Arztes aus der näheren Umgebung abgehalten.

Am Sportplatz

Sehr aktiv ist der Sportverein “SG Sieversdorf”.
Neben den Männermannschaften, die in der Kreisklasse spielen, ist der Frauenfußball sehr erfolgreich und das bis zur Landesebene. Auf dem Sportplatzgelände am nordöstlichen Rande des Dorfes werden die Punktspiele ausgetragen. Die jährlichen Dorffeste finden ebenfalls hier statt.

Die Kirche

Die Kirche der Gemeinde befindet sich in der Sieversdorfer Dorfstraße weit im Dorf. Sie ist die Kirche der evangelischen Kirchgemeinde. Gleich nebenan befindet sich das Pfarrhaus. Der Pfarrer betreut von hier den Kirchensprengel, der neben Sieversdorf und Hohenofen auch noch die Orte Dreetz und Großderschau zugehörig hat. Die Kirche ist in zurückliegender Zeit umfassend saniert worden, um sie vor dem Verfall zu retten. Wichtig dabei war zunächst die Erneuerung der Eindeckung am Kirchenschiff und am Turm, die 2000 erfolgten. Arbeiten an der Fassade und am Putz erfolgen laufend.

Der Goldbecker Weg

Kurz bevor die Dorfstraße in Richtung Gestüt das Dorf verlässt, zweigt in nordwestlicher Richtung der Goldbecker Weg ab. Einige wenige Häuser und Gehöfte befinden sich hier noch weit auseinandergezogen entlang des Weges. Der Blick geht hier auch auf die Stallungen der Agrargenossenschaft. Bald wird die unmittelbar an den Ort grenzende Feldmark erreicht. Nach einer leichten Rechtsbiegung führt der Weg geradewegs nach Goldbeck. Während der Goldbecker Weg innerhlab des Ortes noch immer seinen ursprünglichen Zustand als gepflasterte Chausse besitzt, wurde der sandige Feldweg nach Goldbeck im Jahre 2005 völlig neu mit Rasengitterpflasterfahrspuren angelegt.

Der Bohlweg

Gar nicht weit vom Goldbecker Weg zweigt eine weitere Straße, der Bohlweg, von der Dorfstraße ab. Auf dem kurzen Ende durch das Dorf macht der Weg noch zwei Knicke bevor er Richtung Westen auch hier in die weitflächige Feldmark geradewegs hineinführt. Einige Gehöfte befinden sich hier ortauswärts linkerhand entlang des Bohlwegs.  In langen Geraden, meist von Gräben gesäumt, werden Wiesen und Felder durchqueert. Über eine neu angelegte Holzbrücke wird die Jäglitz gequeert und gelangt nach Neuroddahn. Im weiteren Verlauf des Weges, an Schwarzwasser vorbei, erreicht man dann die Ortsverbindungstraße, die nach Babe bzw. Roddahn führt. Der Weg nach Neuroddahn wurde 1998 völlig neu angelegt.

Der Bahnhof

Sieversdorf hatte eine Bahnstation an der Bahnlinie Neustadt (Dosse) - Rathenow, der ehemaligen Brandenburgischen Städtbahn. Der  Bahnhof bestand zu seinen besten Zeiten aus dem durchgehenden Hauptgleis, einem Überholgleis und einem Freiladegleis. Von einem Stellwerk im Bahnhof wurden die Formsignale, die Weichen sowie die Schrankenanlage bedient. Im Jahre 2003 wurde der Bahnbetrieb eingestellt. Bis zuletzt war der Posten in Sieversdorf besetzt. Seit 2006 ist die Strecke endgültig aufgegeben und seit 2010 wird der Gleiskörper abmontiert und verschrottet. So zeugen die übrig gebliebenen Schwellen, die die Schienen trugen von einer Epoche in der Verkehrsgeschichte, die hier in Sieversdorf nicht einmal 100 Jahre währte.

In den Gängen

Von der Hauptstraße her gelangt man in ein  verzweigtes Gebiet mit Wegen und Gängen, mit kleinen Häusern und sehr kleinen Höfen und Gärten. Manches Gehöft ist von allen Seiten her mit einem Weg eingegrenzt. Dieses Gebiet heißt "In den Gängen" und ist für manchen Ortsunkundigen sehr unübersichtlich. Nach der Neuanlage des Wegesystems im Jahre 2005, kann nun das Gebiet auf einem kurzen unteren Kurs und auf einem längeren oberen Kurs durchfahren werden. Beide Kurse sind als Einbahnstraße befahrbar, da die beengten Platzverhältnisse keinen großzügigen Ausbau der Wege erlaubten. Etliche althergebrachten Verbindungswege wurden zurückgebaut, denn von den beiden angelegten Wegen werden alle Gehöfte erreicht.

Der Sandweg

Am südlichen Ende des Dorfes zweigt von der Hauptstraße im rechten Winkel der Sandweg ab. Links und rechts dieses Weges liegen noch einige Gehöfte. Im weiteren Verlauf des Weges gelangt man unmittelbar in ein sandiges von Wanderdünen durchzogenes Waldgebiet und weiter in eine Feldmark. Sie grenzt unmittelbar an den Lauf der Dosse.

 
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