Zur Geschichte von Hohenofen

 

 

Die Geschichte von Hohenofen geht zurück auf die Gründung eines "Hüttenwerkes". Im Jahre 1663 ließ der in brandenburgischen Diensten stehende Landgraf Friedrich von Hessen-Homburg hier ein Seigerhüttenwerk errichten. Verarbeitet wurde das zahlreich um Hohenofen herum vorkommende Raseneisenerz. Mit einer Schicht von bis zu sechs Fuß (120cm) wurde es im Tagebauverfahren abgebaut. Für den “Hohen Ofen”,  auf den auch der Ortsname zurückzuführen ist, wurde ein starkes Gebläse benötigt. Zu diesem Zweck wurde von der Dosse ein Kanal von Neustadt aus angelegt.  Die Wasserkraft trieb das Gebläse an. Dieser Kanal wurde später zum Hauptlauf der Dosse und entwickelte sich zu einer Hauptverkehrsader. Hohenofen hatte einen Hafen und es waren bis zu 30 Schiffer mit ebenso vielen Kähnen im Ort ansässig. Sämtliches Gut und Ware wurde auf dem Wasserwege von und nach Hohehnofen transportiert. Im Jahr 1712 legte daher die Spiegelmanufaktur Neustadt hier auch eine Poliermühle an. Nachdem der Raseneisenstein erschöpft war, wurde noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts Silbererz verhüttet. Dann kam auch dieser Zweig zum Erliegen und die damals in Hohenofen wohnenden 500 Einwohner versanken in Armut und sahen einer unsicheren Zukunft entgegen.
 
Erst mit dem Verkauf der Hütte an die Seehandlung Berlin im Jahr 1834 und dem Bau einer Papierfabrik von 1836 bis 1838 verbesserte sich die Situation wieder. Die neu erbaute Papierfabrik zählte damals zu den ersten ihrer Art mit einer Papiermaschine und umlaufenden Langsieb. Erst 35 Jahre zuvor wurde ja die Papiermaschine in Frankreich erfunden und seitdem weiterentwickelt. 1839 beschäftige die Papierfabrik 32 männliche und 60 weibliche Arbeiter. Der erste Besitzer war Johann Jakob Kayser. In der Folge gab es weitere Besitzer. Zuletzt Bausch (bis 1951), als sie danach in das Volkseigentum der DDR überging. In den darauffolgenden 40 Jahren entwickelte sie sich als führende Fabrikationsstätte für Feinpapier und hier insbesondere dem Transparentpapier für die seinerzeit weit verbreitete Lichtpaustechnik.

 

Im Gegensatz zu Sieversdorf war Hohenofen durch seine industrielle Nutzung geprägt und die Bewohner entsprechend Arbeiter und Handwerker. Das Vorhandensein der Papierfabrik strahlte auf den gesamten Ort aus, was man heute noch spürt. Viele kleine Häuser mit kleinen Hofstellen verteilen sich über die Ortslage. Ausgesprochene Bauerngehöfte gab es nur in geringer Zahl.